Made in Bangladesh

Bangladesh

Arbeiten für Hungerlöhne und unter Lebensgefahr in der bengalischen Textil- und Bekleidungsindustrie

Im April 2013 stürzte in einem Industriegebiet bei Dhaka die sechsstöckige Fabrik Rana Plaza, in der viele ausländische Textilketten Kleidung produzieren ließen, ein. Dabei wurden mehr als 1100 Menschen getötet. Es war der schlimmste Fabrikunfall in der Geschichte Bangladeschs. Nur knapp jede zehnte Textilfabrik in Bangladesch ist sicher, heißt es in einer Studie der Universität für Ingenieurwesen und Technologie in Dhaka. In Bangladesch kommt es andauernd zu Unfällen, weil die Textilproduzenten für den Profit über Leichen gehen. Notausgänge werden versperrt, Arbeitsschutz ist nicht vorhanden, zwölf bis 14 Stunden wird gearbeitet. Im November 2012 brannte die Fabrik Tazreen ab, was 112 ArbeiterInnen das Leben kostete. Die deutschen Unternehmen C&A, KiK und Karl Rieker haben ihre Textilien aus der Fabrik Tazreen bezogen.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilhersteller weltweit, der Sektor ist der wichtigste Industriezweig des Landes. Bis Mitte der 1980er Jahre war der Anbau von Jute der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Dann wurden auf Druck des IWF und der Weltbank die Staatsausgaben gekürzt und Privatisierungen durchgeführt. Dadurch wurde die einheimische Industrie ruiniert. Die Arbeitslosigkeit stieg massiv an, ebenso wie die Abhängigkeit von Importen.

Die TextilarbeiterInnen kämpfen gegen die miserablen Arbeitsbedingungen. Bei einer Demonstration für höhere Löhne wurde im Mai eine wichtige Autobahn in der Nähe der Hauptstadt Dhaka in einem Industriegebiet blockiert. Dort liegen hunderte Fabriken, die Textilien für westliche Handelsketten wie